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Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn ..... . Ich hatte das Glück eine von 2 Karten die von der Regionalpresse verlost wurden, für die seit Wochen auf Radio Fritz angekündigten “Langen Nacht der Toten Hosen“ zu gewinnen. Wow, ein geiler 10 Stunden Punkrockmarathon mit den Hosen die dort live spielen u. so hieß es, auch ihre Plattensammlung bei hätten um die Sendezeit sinnvoll zu nutzen und um der größtenteils Dance u. Technoverwöhnten Fritzhörerschaft mal gehörig die Ohren frei zublasen! Kurz nach 7 traf ich Freitagabend vor dem Fritzstudio ein, wo sich die insgesamt ca. 50 Gewinner bis 20 Uhr sammelten. Von draußen konnte man schon die Hosen und die Beatsteaks beim Soundcheck sehen/hören.

Kurz vor 8 wurden wir dann ins Studio gelassen, wo ich erst mal einen Schock bekam: Ein 0.4er Rex für 2,80 Euro !!! Ja, ja Punkrock, 20 Jahre Tote Hosen, neue Platte, geile Party und so ........ . Auf meine Frage am Tresen wegen Freibier bekam ich zu hören, man „will nicht das sich die Leute besaufen und dann noch rausgetragen werden müssen“ und „das Bier wird später noch billiger“. Nach Animation u. Begrüßung begann die Sendung mit Musik aus der Konserve, Interviews mit Campino und seiner Band. Irgendwann kam dann der Gregor Gysi (mit Zigarette und’n Bier in’a Hand,- nennt man so was volksnah??) und smalltalkte mit den Moderatoren und Campino über Musik und Politik. Danach war es auch schon fast soweit und die Hosen ließen uns allen die Tanzbeine schwingen. Nach Liebesspieler, Opelgang, Reisefieber folgten Songs von der neuen Platte wie Kein Alkohol und Auswärtsspiel, die sich gleich als Ohrwurm bei mir einnisteten. Mal sehen wie lange,- wenn man’s dann 1000x am Tach im Radio hört, wird der Ohrwurm sicherlich von einem uns allen bekannten Brech-u. Würgereiz abgelöst.

Nach’ner ¾ Stunde war dann das Gewitter vorbei, worauf etwa’ne Stunde später die Beatsteaks ihr Set zum besten gaben. Live haben sie mich überzeugt, wie sie auf Platte klingen weiß ich allerdings nicht. Da das Bier noch immer nicht billiger war und meine Finanzen plötzlich dem Ende entgegen gingen -obwohl ich schon ein Bier spendiert bekam (Danke noch mal nach Berlin!) - beauftragte ich diverse Leute die Zugang zum Backstagebereich hatten, mir Bier mitzubringen. Hätte mir mal gleich am Anfang einfallen sollen! Besonderen Dank an Bernde von den Beatsteaks und dem unbekannten Sat.1 Redakteur! Mittelfinger an den Typen mit dem verfilztem Gestrüpp uff’n Kopp vom Pinguin-Club (war wirklich nicht soviel verlangt, oder? ) ! Wenn man schon mal im Rundfunk ist, dachte ich mir, müsste man die Chance nutzen wenigstens einen Song von unserem Longplayer, den ich bei hatte, über den Äther zu schicken. Ich kam dann auch ins Gepräch mit einer sehr hübschen Fritzmitarbeiterin die mir schon anfangs beim Einlass aufgefallen war. Wie wir auf unsere Platte zu sprechen kamen meinte sie, dass ich da keine Chance hätte, weil die Fritzmusikredaktion schon für die gesamte Sendung die Musik geplant hat. Achso, also alles Show hier mit Lieblingsplatten von den Hosen? Sie nickte nur ...... .

Jetzt stand Funny van Dannen auf der Bühne, den ich bis dato noch nicht kannte. Mit seinem ersten Lied schon hatte er meine Sympathie gewonnen: Schilddrüsenunterfunktion. Es ist zwar Liedermachermucke, aber lustig hoch zehn. Die Zeit verging. Hut ab vor Ben Becker der dann auch aufeinmal da war, er brachte in die langweilig gewordenen Gespräche am Moderationstisch mal’nen bißchen Schwung. Dieser Klasse Typ kam schon vollkommen breit an und schlürfte noch eine Molle nach der anderen, im Gegensatz zu den Hosen, die sich die ganze Zeit nur mit Red Bull abfüllten. Ich glaube Breiti hatte mal’nen Bier in’a Hand. Das war’s dann auch schon........ .Richtig müde wurde ich als ein Typ namens Fetish irgendwelche angesagten Platten auflegte( irgendwie Techno mit Gitarre oder so ähnlich), war zwar nicht so schlecht, aber ziemlich eintönig. Ich schenkte Kuddel noch unsere Platte, der ganz erstaunt war das es Vinyl war und erst keinen Platz hatte sie einzustecken, bis er auf die Idee kam sie in einem von seinen 8 (oder mehr? ) Gitarrenkoffern zu verstauen. Dann machte ich mich auf den Heimweg. Da ich nur 3 Fahrradminuten vom Studiogelände entfernt wohne, konnte ich, fast anschließend die letzte Stunde der Sendung noch zum Einschlafen hören. Alles in allem, für mich ein netter Abend. Für einen absoluten Hosen Fan die wahrscheinlich schönste Nacht im Leben.

Euer Frank, der Peter

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